Die Lösungsskizze ist eine Checkliste
Wie in der schriftlichen Fachprüfung gepunktet wird und was daraus für das Schreiben folgt.
Der Korrektor hat kein Feld für schönes Schreiben. Er hat eine Liste mit Stichworten. In einem erfassten Termin hingen am größten Anspruch 6,5 Punkte an elf solchen Elementen, rund 0,6 Punkte für jedes, das man benennt. Wer das weiß, schreibt anders: kürzer, vollständiger und mit dem Paragraphen dort, wo er hingehört.
Erst die Personen, dann der erste Satz
Der Satz „Zu prüfen sind nur Ansprüche von und gegen fettgedruckte Personen" ist keine Höflichkeit, sondern die Aufgabenliste. Bevor du den ersten Satz schreibst, lege eine kleine Tabelle an: Wer könnte von wem etwas wollen? Jede Zelle ist ein möglicher Anspruch.
Ein Obersatz, dann das Schema
Jeder Anspruch beginnt gleich. Wer verlangt von wem was, und worauf stützt er sich? Danach kommen die Voraussetzungen der Reihe nach. Beim Schadenersatz sind das vier Zeilen: Schaden, Kausalität, Rechtswidrigkeit, Verschulden.
Auch gescheiterte Ansprüche bringen Punkte
Ein Anspruch, der am Ende nicht durchgeht, ist trotzdem bezahlte Arbeit. In einem erfassten Schema standen für einen Anspruch, den der Lehrstuhl selbst verneint, 2,5 von 30 Punkten. Wer ihn gar nicht erst anlegt, verschenkt rund 8 Prozent der Klausur.
Punkte pro Minute
Die Blöcke einer Klausur sind ungleich gewichtet, in einem erfassten Fall 19,5 gegen 5,5 gegen 5 Punkte. Wer stur der Reihenfolge der Angabe folgt, kommt womöglich nie zu dem Block, an dem die meisten Punkte hängen. Rechne vor dem Anfangen kurz nach.
Manche Zeilen im Raster enden mit dem Vermerk, die Argumentation sei entscheidend. Dort zählen beide Ergebnisse voll, solange die Begründung trägt. An diesen Stellen lohnt es sich, eine eigene Position zu beziehen und sie sauber zu stützen.
Unter Uhr üben
Eine gelesene Musterlösung fühlt sich an wie Verständnis. Selbst auf die Lösung zu kommen lernt man erst, wenn man die Altklausur mit Zeitlimit löst und danach vergleicht.
Das Case Lab im Lernpfad übt genau den ersten Schritt: wer von wem was verlangt und woraus.