ReWi an der WU üben statt nur lesen
Einführung in die Rechtswissenschaften (LV 4033) im Bachelor Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) — Aufbau der Prüfung, die Hürde im Multiple-Choice-Teil, Stoff, Termine und ein Lernplan, der in 14 Tage passt.
Was ist die Prüfung „Einführung in die Rechtswissenschaften“ an der WU?
Einführung in die Rechtswissenschaften ist die rechtswissenschaftliche Prüfung der Studieneingangs- und Orientierungsphase im Bachelorstudium Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie trägt die Lehrveranstaltungsnummer 4033 und läuft unter Studierenden als ReWi oder EinfRW. Geprüft wird schriftlich, 90 Minuten lang, in zwei Teilen. Der erste Teil besteht aus Multiple-Choice-Fragen, der zweite aus je einem Bogen Öffentliches Recht und Privatrecht, der selbst zu beschreiben ist. Angeboten wird die Prüfung dreimal pro Semester in den zentralen Großprüfungswochen, die Anmeldung läuft über LPIS. Als Prüfung der STEOP steht sie am Anfang des Studiums und begrenzt zugleich, was daneben belegt werden darf. Ohne positive Beurteilung kommt man im Studium also nicht weit, und deshalb hängt an dieser einen Prüfung mehr als an ihren ECTS. Für die meisten ist es die erste juristische Prüfung überhaupt. Sie fragt nicht ab, ob der Stoff gelesen wurde. Sie fragt ab, ob er im Detail abrufbar ist und ob damit ein Sachverhalt gelöst werden kann.
Wie ist die ReWi-Prüfung aufgebaut?
Die Prüfung hat zwei Teile, und beide werden getrennt beurteilt. Der Multiple-Choice-Teil umfasst 20 bis 25 Fragen. Jede Frage bietet fünf Antwortmöglichkeiten an, mindestens eine davon ist richtig, und es können auch alle fünf richtig sein. Wie viele Antworten stimmen, steht nicht dabei. Der offene Teil besteht aus je einem Bogen Öffentliches Recht und Privatrecht, auf dem eine Frage oder ein kleiner Fall eigenständig zu bearbeiten ist. Für beide Teile zusammen stehen 90 Minuten zur Verfügung. Positiv beurteilt wird nur, wer in beiden Teilen mindestens 50 Prozent erreicht. Der offene Teil wird außerdem erst korrigiert, wenn der Multiple-Choice-Teil diese 50 Prozent schon erreicht hat. Beurteilt wird die Prüfung als Ganzes, ein guter Teil gleicht einen schwachen also nicht aus. Aus dieser Bauweise folgt die Zeiteinteilung fast von selbst. Eine feste Zeitvorgabe je Teil gibt es nicht, die 90 Minuten teilt man sich selbst ein. Wer im ersten Teil zu lange grübelt, verliert die Zeit dort, wo geschrieben werden muss.
| Teil | Umfang | Hürde |
|---|---|---|
| Multiple Choice | 20–25 Fragen, je 5 Antwortmöglichkeiten, mindestens eine richtig | mindestens 50 % — sonst bleibt der offene Teil unkorrigiert |
| Offener Teil | je ein Bogen Öffentliches Recht und Privatrecht | mindestens 50 % |
| Zeit | 90 Minuten für beide Teile zusammen | keine getrennte Zeitvorgabe je Teil |
Warum entscheidet der MC-Teil über die ganze Prüfung?
Weil er als Hürde vor dem Rest der Prüfung steht. Der offene Teil wird nur korrigiert, wenn im Multiple-Choice-Teil mindestens 50 Prozent erreicht sind. Wer diese Marke verfehlt, bekommt seine Bögen zu Öffentlichem Recht und Privatrecht nicht bewertet, auch wenn sie fehlerfrei gelöst wurden. Die geschriebene Arbeit zählt in diesem Fall gar nicht. Positiv ist die Prüfung erst, wenn in beiden Teilen mindestens 50 Prozent stehen. Dazu kommt die Bauweise der Fragen. Fünf Antwortmöglichkeiten, mindestens eine richtig, alle fünf können richtig sein — jede Antwortmöglichkeit ist damit eine eigene Entscheidung über wahr oder falsch, und Raten trägt über 20 bis 25 Fragen nicht. Für die Vorbereitung heißt das, dass der erste Teil nicht der leichte Teil ist, den man nebenbei mitnimmt. Er ist der Teil, der darüber entscheidet, ob der zweite überhaupt gelesen wird. Wer seine Lernzeit verteilt, sollte das im Verhältnis dieser Bedeutung tun und den Multiple-Choice-Teil nicht auf den letzten Abend legen.
- Jede Option einzeln prüfen — nicht die „beste“ Antwort suchen, sondern jede der fünf Aussagen für sich auf richtig oder falsch stellen.
- Absolute Wörter markieren — „immer“, „nie“, „ausschließlich“. Eine Aussage mit absolutem Anspruch scheitert oft schon an einer einzigen Ausnahme.
- Nicht hängen bleiben — eine Frage, die nach zwei Minuten offen ist, wird gekennzeichnet und später noch einmal angesehen. Die Zeit gehört dem offenen Teil.
- Am Ende gegenlesen — Fragen mit Verneinung („welche Aussage trifft nicht zu“) werden regelmäßig falsch angekreuzt, obwohl der Stoff sitzt.
Diese Technik lässt sich üben, und geübt wird sie nur an Fragen, die genauso gebaut sind wie die echten. Wie das Training für Fragen mit mehreren richtigen Antworten aussieht, steht unter Multiple-Choice-Trainer.
Warum fallen so viele bei ReWi durch?
Zur Durchfallquote kursieren in studentischen Erfahrungsberichten Werte zwischen 60 und 80 Prozent. Das ist Berichterstattung aus dem Hörsaal und keine amtliche Statistik; wer eine belastbare Zahl braucht, findet sie dort nicht. Der Größenordnung nach passt sie zu dem, was der Aufbau der Prüfung erwarten lässt. Zwei Ursachen stehen im Vordergrund. Die erste ist die Detailtiefe im Multiple-Choice-Teil. Gefragt wird nach einzelnen Voraussetzungen, Ausnahmen und Fristen, und wer den Stoff nur im Überblick kennt, kann zwischen fünf plausibel klingenden Aussagen nicht sicher entscheiden. Die zweite ist die eigenständige Falllösung im offenen Teil. Ein Sachverhalt muss selbst geordnet, die passende Norm gefunden und das Ergebnis begründet werden. Beides ist Können und wächst nicht durch Lesen. Dazu kommt die Zeit. 90 Minuten für beide Teile lassen kein langes Nachdenken zu, und wer den Stoff erst rekonstruieren muss, kommt mit dem offenen Teil nicht durch. Wer die Prüfung wiederholt, scheitert selten an fehlendem Stoff und meistens an fehlender Übung unter Zeitdruck.
Was ist der Prüfungsstoff?
Der Umfang des Stoffes ergibt sich aus dem Syllabus der Lehrveranstaltung und wird dort festgelegt. Genannt werden regelmäßig drei Quellen. Erstens das im Syllabus genannte Lehrbuch Einführung in die Rechtswissenschaften, erschienen bei facultas, unter Studierenden als GKES abgekürzt. Zweitens die Inhalte der Vorlesung, die über das Lehrbuch hinausgehen können. Drittens das Prüfungsvorbereitungsskriptum, das ergänzend empfohlen wird. Wer zusätzlich den Prüfungskurs mit der Lehrveranstaltungsnummer 5474 besucht, arbeitet denselben Stoff noch einmal auf Prüfungsniveau durch. Inhalte aus diesen Werken stehen auf dieser Seite nicht, weil sie urheberrechtlich geschützt sind. Genannt sind sie, damit klar ist, womit gearbeitet wird. Maßgeblich für den Umfang ist immer die aktuelle Fassung des Syllabus auf Learn@WU. Eine Zusammenfassung aus dem Vorjahr ist ein Anhaltspunkt und keine Stoffabgrenzung. Zwischen zwei Semestern ändert sich der Umfang meist nur im Detail, und genau im Detail wird im Multiple-Choice-Teil gefragt. Ein Blick in den aktuellen Syllabus am ersten Lerntag kostet zehn Minuten und erspart das Lernen von Abschnitten, die gar nicht mehr geprüft werden.
Wie oft kann man antreten und wann sind die Termine?
Die Prüfung wird dreimal pro Semester angeboten, jeweils in den zentralen Großprüfungswochen. Die konkreten Termine stehen im LPIS, dort läuft auch die Anmeldung, und dort endet die Anmeldefrist einige Tage vor dem Prüfungstag. Wer angemeldet ist und nicht antreten will, meldet sich rechtzeitig wieder ab. Wie viele Prüfungsantritte insgesamt zur Verfügung stehen, richtet sich nach Studienplan und Satzung, und für Prüfungen der STEOP gilt dabei eine engere Grenze als für spätere Prüfungen. Diese Zahl gehört vor dem ersten Antritt nachgesehen und nicht aus Erzählungen übernommen. Praktisch folgt daraus zweierlei. Ein Antritt ohne Vorbereitung kostet einen der wenigen Antritte und nicht bloß einen Vormittag. Und der Abstand zwischen zwei Terminen im selben Semester ist kurz, weshalb die Planung für den nächsten Antritt am Tag der Beurteilung beginnt. Wer den ersten Termin des Semesters wählt, behält die beiden übrigen als Reserve. Wer erst zum letzten antritt, hat keine mehr.
Wie lernt man für ReWi in 14 Tagen realistisch?
In 14 Tagen lässt sich der Stoff nicht zum ersten Mal erarbeiten, aber eine Vorbereitung, die den Aufbau der Prüfung ernst nimmt, ist in dieser Zeit möglich. Der Zuschnitt folgt der Hürde. Etwa die Hälfte der Zeit gehört dem Multiple-Choice-Teil, weil er über die Korrektur des zweiten Teils entscheidet, die andere Hälfte der Falllösung. Gelernt wird in Durchgängen und nicht in einem einzigen langen Lauf durch das Lehrbuch. Ein erster Durchgang verschafft den Überblick, jeder weitere geht in die Tiefe, und zwischen den Durchgängen steht Abfragen statt Lesen. Was beim Abfragen zweimal falsch war, kommt auf eine eigene Liste und wird am letzten Wochenende noch einmal geprüft. Zwei bis drei Stunden am Tag reichen, wenn sie täglich stattfinden. Ein einzelner Marathon am Wochenende bringt weniger als sechs kurze Einheiten unter der Woche, weil Wiederholung über mehrere Tage hinweg wirkt und nicht innerhalb eines Nachmittags. Der letzte Tag gehört keinem neuen Abschnitt mehr.
- Tag 1 bis 3 — Überblick. Stoffliste aus dem Syllabus abschreiben, grob durchgehen, jeden Abschnitt in einem Satz zusammenfassen. Noch nichts auswendig lernen.
- Tag 4 bis 8 — Detailtiefe im MC-Teil. Abschnitt für Abschnitt Fragen beantworten, jede falsche Antwort im Lehrbuch nachschlagen und die Fundstelle notieren. Die Fehlerliste wächst hier absichtlich.
- Tag 9 bis 11 — offener Teil. Sachverhalte lösen, schriftlich, mit Norm und Begründung. Ein handgeschriebener Bogen sagt mehr über den Stand als drei gelesene Kapitel.
- Tag 12 bis 13 — Durchgang unter Zeit. Beide Teile in 90 Minuten, ohne Nachschlagen, an einem Stück. Danach auswerten, was an der Zeit gescheitert ist und was am Stoff.
- Tag 14 — nur Fehlerliste. Kein neuer Stoff. Was zweimal falsch war, wird ein letztes Mal durchgesehen, dann ist Schluss.
Für den offenen Teil im Privatrecht hilft ein festes Schema, weil es die Reihenfolge vorgibt und das Ordnen des Sachverhalts abnimmt. Ein ausgearbeitetes Beispiel steht im Prüfschema Schadenersatz.
Wie hilft Juscool bei ReWi?
Juscool ist ein Trainingsangebot für Studierende der WU Wien und bildet beide Teile der Prüfung nach. Im Multiple-Choice-Training stehen Fragen mit fünf Antwortmöglichkeiten, bei denen mehrere Antworten richtig sein können, also im selben Zuschnitt wie in der Prüfung. Jede Antwort bekommt eine Begründung, damit aus einem Fehler eine Fundstelle wird. Im Anspruchs-Lego wird der offene Teil geübt, indem ein Sachverhalt ohne Lösung erscheint und die Bausteine des Anspruchs selbst gesetzt werden. Eine Runde je Niveau im Multiple-Choice-Training und das ganze Schadenersatz-Modul im Anspruchs-Lego sind frei zugänglich, ein Konto kostet nichts. Für alles Weitere gibt es den 14-Days Pass um 6,99 Euro und den 30-Days Pass um 9,99 Euro, jeweils als Einmalzahlung ohne Abo, abgerechnet über Stripe. Dazu kommen der Klausur-Modus für den Durchgang unter Zeit und ein Wiederholungsplan, der die zweimal falsch beantworteten Fragen im Blick behält. Was die Pässe im Einzelnen enthalten, steht auf der Seite Zugang.
Multiple-Choice-Trainer
Fragen im Zuschnitt der Prüfung, mit Begründung zu jeder Antwortmöglichkeit. Eine Runde je Niveau ist frei.
GLZR an der WU
Die Prüfung, die direkt im Anschluss empfohlen wird. Schwerpunkt Falllösung nach Anspruchsgrundlagen.
Zu den Trainern
Anspruchs-Lego, Klausur-Modus, Multiple Choice und Wiederholungsplan an einer Stelle.
Quellen und Stand
- Prüfungsstoff, Prüfungsmodus, Termine und Anmeldefristen richten sich nach dem jeweils aktuellen Syllabus auf Learn@WU und nach dem LPIS. Maßgeblich ist immer der aktuelle Syllabus auf Learn@WU, nicht diese Seite.
- Grabenwarter/Kodek/Eberhard/Spitzer, Einführung in die Rechtswissenschaften, facultas — das Lehrbuch zur Lehrveranstaltung. Hier nur genannt, ohne Wiedergabe von Inhalten.
- Die berichteten Durchfallquoten von 60 bis 80 Prozent stammen aus studentischen Erfahrungsberichten. Eine amtliche Statistik ist das nicht.
- Studienrechtliche Fragen — Zahl der Antritte, Umfang der STEOP-Sperre — beantwortet die Studienabteilung oder die ÖH, nicht ein Trainingsangebot.
Zuletzt geprüft: 6. September 2026 Lern- und Trainingsangebot. Keine Rechtsberatung. Juscool ist kein Angebot der WU Wien.